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    Überblick zum Smart Meter-Rollout: Chance und Herausforderung für Netzbetreiber

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    Ab sofort greift der verpflichtende Smart-Meter-Rollout für die erste Welle von Messstellen. Für Netzbetreiber bedeutet das: neue Aufgaben, neue Geschäftsfelder – und neue Risiken. Ein Überblick des aktuellen Stands.

    Smart Meter kommt, und zwar verpflichtend: Da nun das dritte Smart-Meter-Gateway zertifiziert ist, greift die gesetzliche Verpflichtung für den Einbau an Messstellen mit bestimmtem Jahresverbrauch. Rund zehn Prozent der deutschen Zählpunkte in Immobilien und Industrie sind betroffen – nämlich diejenigen, die über 6.000 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen.

    So will es das Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen – oder kurz: Messstellenbetriebsgesetz (MsbG). Ab 2020 müssen die genannten Messstellen innerhalb von acht Jahren dann mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet werden. Zusammen mit der Marktkommunikation 2020, die den Messstellenbetreibern eine wesentlich stärkere Rolle bei der Erfassung und Übermittlung von Messwerten zukommen lässt, und dem 2016 in Kraft getretenen Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende stehen damit einige tiefgreifende Veränderungen an. Sie bedeuten Investitionen in Millionenhöhe für so manchen Netzbetreiber – doch was bringen die neuen Gerätschaften?

    Konventionelle Zähler vs. intelligentes Messsystem

    Stromzähler der „alten Welt“ sind entweder konventionelle Ferraris-Zähler oder elektronische Haushaltszähler. Mittlerweile sorgen allerdings gleich zwei neue Bausteine dafür, dass nicht nur der Energieverbrauch gezählt, sondern aktiv gesteuert werden kann. Dafür braucht es einerseits eine sogenannte moderne Messeinrichtung (mMe) sowie das eingangs erwähnte Smart-Meter-Gateway (SMGW).

    Zusammen ermöglichen sie das intelligente Messsystem, wobei das Smart-Meter-Gateway den Dreh- und Angelpunkt bildet. Es kommuniziert und vermittelt zwischen allen Akteuren des Smart-Meter-Netzwerks und schlägt auf diese Weise die Brücke zum Internet of Things: Einerseits interagiert das SMGW mit allen Smart-Home-Geräten, die im Heimnetzwerk (Home Area Network – HAN) angebunden sind – etwa intelligente Haushaltsgeräte, Beleuchtung oder Lüftung. Andererseits bindet es die moderne Messeinrichtung samt möglicher lokaler Erzeugungsanlagen (LMN) ein und kümmert sich um die Kommunikation mit der Außenwelt (Wide Area Network – WAN).


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    Diese zentrale Rolle macht die Zertifizierung auf Basis des Schutzprofils für das SMGW, insbesondere hinsichtlich der IT-Sicherheit, so knifflig. Aber gleichzeitig bergen die Funktionen des intelligenten Messsystems enorme Potentiale.

    Aus „Energie“ wird „Energie plus Daten“

    Die neuen intelligenten Messsysteme sind eben nicht mehr nur sture Zähler, die Verbrauchsdaten erfassen und versenden. Stattdessen wird aus der Zähleinheit eine Steuerungseinheit, welche die bisherige verbrauchsorientierte Stromerzeugung durch einen erzeugungsoptimierten Verbrauch ersetzen soll.

    Aus Energieströmen werden nun Energie- und Datenströme – und zwar in und aus allen Richtungen.

    Und das wird nötig, denn auch in der Welt rundherum geschehen tiefgreifende Veränderungen. Die Erzeugung von Strom läuft nicht mehr in einigen wenigen Kraftwerken, sondern durch die Umstellung auf Erneuerbare Energien dezentral an vielen Orten gleichzeitig – und mal mehr, mal weniger stabil, da von der Witterung abhängig. Die Verbrauchsseite muss sich dementsprechend anpassen. Und genau hier kommen Smart-Meter als ein notwendiger Baustein für die Smart Grids ins Spiel.

    Neue Anreize setzen – und Entscheidungen in Echtzeit treffen

    Sie könnten nun den Energiebedarf innerhalb von Verbrauchseinheiten – Privathäusern, aber auch großen Gewerbeimmobilien oder Fabrikgebäuden – entsprechend der aktuellen Erzeugungslage regeln. Ein zentraler Indikator hierfür ist der aktuelle Strompreis. Neue Tarifmodelle ermöglichen es den Verteilnetzbetreibern, neue Anreize bei den Verbrauchern zu setzen – sowohl bei privaten als auch gewerblichen. Die Folgen sind neue Geschäftsmodelle wie lastvariable Tarife, Plattformmodelle oder lokaler Energiehandel.

    Gleichzeitig wächst das Aufgabenspektrum der Netzbetreiber, und das weit über die bisherigen Geschäftsfelder hinaus. Zwar spielten Daten bereits im Zuge der Energiewende eine immer wichtigere Rolle, doch der Zuwachs der Datenmengen wird mit Smart Metering enorm. Neben IT-Security und Datenschutz stellen sich nun natürlich zahlreiche weitere Fragen:

    • Wie wollen Netzbetreiber den Umbau zum Datenverwalter schultern?
    • Wie erkennt man neue, datengetriebene Geschäftsmodelle und setzt sie um?
    • Welche fachlichen Kompetenzen müssen jetzt und perspektivisch ins Unternehmen geholt werden?

    Für solche grundlegenden Transformationen und IT-Prozess-Fragen kann es sich lohnen einen starken Partner an Bord zu holen, der bereits tief in der Thematik steckt. EWERK unterstützt von der Business-Analyse über Projektplanung bis hin zur Technologie- und Prozessberatung – und bringt 25 Jahre Erfahrung in hochkritischer IT im Energiesektor.

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