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    Arbeit in der Sharing Economy: Mit Vollgas in den Ausbildungs-Kollaps

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    Wir sind nicht gerüstet für die digitalisierte Gesellschaft. Denn es fehlt an gut ausgebildetem Personal – bereits heute. Drei Thesen zur Zukunft der Ausbildung und Arbeit in der Sharing Economy.

    Der Fachkräftemangel ist dramatisch. Und ich will mich gar nicht allzu sehr einreihen in die Warner und Kläger der Institute und Berater – denn sie denken in viel zu kurzen Zeitspannen. Auch wenn sie Recht haben: Bereits heute ist es schwierig, gute Entwickler oder IT-Experten zu finden.

    Lassen Sie mich ausnahmsweise ganz direkt aus unserem Unternehmen berichten – nicht aus Werbe-, sondern zu Illustrationszwecken. Das EWERK ist eine 150 Köpfe starke Mannschaft aus IT-Experten. Wir sitzen im Herzen von Leipzig, einer mittelgroßen deutschen Stadt mit hoher Anziehungskraft. Die Stadt wächst jährlich um 12.000 Menschen und gilt als einer der lebenswertesten Ballungsräume Europas.

    Und mit der Stadt wächst auch das EWERK. Wir würden aber gerne viel stärker wachsen, als wir es bisher tun. Einzig: Wir finden kaum qualifiziertes Personal. Ein echtes Problem bereits heute – und ein katastrophales Vorzeichen für das kommende Jahrzehnt.

    Um das zu begründen, lassen Sie mich kurz ausholen. Wir erleben derzeit die vierte industrielle Revolution. Durch Informationstechnologie befeuert werden Schritt für Schritt immer mehr materielle Dinge und Arbeitsschritte in die digitale Welt gezogen. Wir sind auf dem besten Wege in die sogenannte Sharing Economy. Industrien werden sich grundlegend wandeln, Berufe verschwinden. Besitz und sogar Geld werden zweitrangig werden, Plattformen treten in den Vordergrund. In Zukunft kaufe ich kein Auto mehr, sondern nur noch den Zugang zu Mobilität, und zwar als Dienstleistung. Denn man fährt oder braucht nicht mehr zehn Jahre lang ein und dasselbe Auto, sondern möchte das aktuellste oder am meisten ökologische Modell – oder einfach nur dann, wenn man eines braucht.

    Das ist das Kernmerkmal: Ähnlich wie bereits heute mit Musik oder TV-Serien werden Abonnements von allen möglichen Inhalten und Dienstleistungen angeboten werden.

    Auch die Arbeit selbst verändert sich. Denn die wird in Zukunft immer mehr von Shared Workern abhängig sein, von Spezialisten, wie es mit Leiharbeitern heute schon üblich ist. Arbeit wird zum geteilten Gut. Auf diese Weise können Firmen auf die ständig kürzeren Produktzyklen und Produktionsschwankungen – und Arbeitsspitzen – besser reagieren.

    Es wird ein Wandel einsetzen: Es geht nicht mehr um Arbeit, sondern um die Automatisierung und das Sharing der Arbeit. Und all diese Maschinen und komplexen Zusammenhänge müssen designed und programmiert und – hin und wieder – gewartet sowie hinsichtlich ihrer Sicherheit geprüft werden.

    Wenn wir nun schon heute Probleme mit IT-Fachkräften haben, läuft etwas grundlegend schief.

    Deswegen habe ich drei Thesen zur Zukunft der Ausbildung und der Arbeit im Zuge der Digitalisierung aufgestellt.

    Die erste lautet – der Unternehmer „besitzt“ nicht mehr feste oder eigene Mitarbeiter, sondern „teilt“ – also „shared“ – diese. Der beständige Arbeitsmarkt ist im Begriff, zu verschwinden. Unternehmen brauchen einen geprüften „Pool“ von flexiblen freien Mitarbeiten oder Fachdienstleistern, in unserem Fall IT-Experten oder Software-Programmierern. Und dabei sollten explizit nicht Personalvermittlungsgesellschaften ins Spiel kommen. Denn durch das Internet und die zunehmende Vernetzung können die Arbeitnehmer ihre Kompetenz ganz eigenständig anbieten.

    Zweite These: Wir müssen wieder verstärkt hin zur klassischen Ausbildung. Denn IT-Berufe sind Handwerk. Es geht meist um äußerst praktische Fähigkeiten, die sich hervorragend als Lehrberuf vermitteln lassen. Zudem fördert eine Lehre oder eine duale Ausbildung einen wesentlich zeitigeren Berufseinstieg. Und wir brauchen kurze Ausbildungszeiten: Denn wenn die Babyboomer in Rente gehen, wird jeder Kopf gebraucht.

    Und damit kommen wir zur dritten These – wir müssen das Image der Ausbildung wieder aufwerten, denn derzeit bilden wir häufig die Falschen aus. Ein erster Schritt eventuell: Wer heute eine Ausbildung angeht, dem sollten genauso die Karriereleiter offenstehen. Denn Arbeit ist auch ein integratives Element. Das gilt insbesondere für Einwanderer und junge Flüchtlinge, aber genauso Jugendliche aus dem sozialen Abseits. Für diese Menschen ist die digitale Transformation deswegen eine echte Chance.

    Ich glaube: Wir laufen mittelfristig geradewegs – und sehenden Auges – in einen Ausbildungs-Kollaps, verursacht durch den digitalen Wandel. Berufsbilder, Ausbildungswege und der Begriff der Arbeit verändern sich in den kommenden zehn Jahren. Die Weichen müssen wir jetzt stellen.

    Und wir im EWERK tun das: Allen konservativen Ausblicken zum Trotz glauben wir fest daran, als Mannschaft weiter zu wachsen – unter anderem mit Shared Workern. Im Spätsommer beziehen wir unser neues Hauptquartier im Herzen von Leipzig. Dort haben wir Platz – für 300 Mitarbeiter. Und das Team wird wachsen: Alleine, weil wir dieses Jahr noch Ausbildungsplätze für IT-Systemkaufleute anbieten wollen.

    Sie sind IT-Experte und wollen ins EWERK-Team oder den EWERK-Experten-Pool einsteigen? Dann kontaktieren Sie mich unter der E-Mail-Adresse personal@ewerk.com.

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