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    IT-Outsourcing: Die Maßstäbe verändern sich

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    Bisher galt im IT-Outsourcing die reine Zahlenlehre: Was kostet es uns, einen Service einzukaufen, statt ihn selbst zu erbringen? Neue Erkenntnisse legen nahe: Kosten sind zweitrangig, andere Faktoren zählen deutlich mehr.

    Geld ist eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Schließlich hilft es uns, jeglichen Gegenstand und jegliche Leistung zu quantifizieren, also mess- und vergleichbar zu machen. Das gilt ebenso für IT-Dienstleistungen: Zeit, Aufwand und Material lassen sich in Zahlen ausdrücken.

    Das ist eine gute Sache, denn nicht jede Firma jeder Branche möchte sich eine eigene Abteilung aus hochqualifizierten Spezialisten aufbauen, nur um die eigene IT-Infrastruktur zu unterhalten. Also werden Analysen erstellt, Zahlen ermittelt, Tabellen gewälzt: Was kostet es uns, statt einer eigenen Abteilung für Informationstechnologie den gesamten Service von einer Firma einzukaufen? Zwei Typen von Verträgen kommen allermeist zum Einsatz: Abrechnung nach aufgewandter Zeit und eingesetztem Material, oder ein Festpreis. Diese gelten bisher als der zentrale Maßstab für eine solche Entscheidung.

    Fünf Unwägbarkeiten

    Doch bei näherer Betrachtung ist die Entscheidung deutlich vielschichtiger als eine rein finanzielle Berechnung. In der Wissenschaft ist deswegen eine Debatte um die Anwendung der Transaktionskosten-Ökonomie auf das IT-Outsourcing ausgebrochen. Denn es kristallisieren sich fünf Unwägbarkeiten heraus, die auf die Entscheidung über einen Outsourcing-Vertrag einwirken können, nämlich:

    • Technische Unwägbarkeit
    • Unsicherheit bei den Bedürfnissen
    • Technische Komplexität
    • Organisatorische Komplexität und
    • Projektgröße.

    Die Ergebnisse auf Basis von empirischen Datensätzen weichen deutlich von den bisherigen Annahmen ab. Bisher galt die Lehre: die Ökonomie der Transaktionskosten ist der Motor der allermeisten Outsourcing-Vorhaben. Die Untersuchungen zeigen jedoch unbestritten: Die Kosten sind nicht mehr der treibende Faktor beim IT-Outsourcing. Es geht nun vielmehr darum, die IT-Bedürfnisse eines Unternehmens – mitsamt seinem Kontext – gekonnt abzudecken. Und zwar so, dass daraus strukturelle Vorteile entstehen.

    Unterstrichen wird diese Erkenntnis auch dadurch, dass einige dieser Faktoren – insbesondere technische Unwägbarkeiten und das Wissen um diese Systeme – einen vergleichsweise geringen Einfluss auf die Art des Vertrages haben. IT-Outsourcing ist also nicht von der technischen, sondern vornehmlich der organisatorischen Seite getrieben. Anders gesagt: Nicht die Rechner und Kabel, sondern die Kompetenzen des Personals zählen.

    IT-Outsourcing ist keine Mathematik

    Letztendlich ist es eine Frage der Maßstäbe, die man bei der Entscheidung von IT-Outsourcing anlegt. Schaut man alleine auf die Zahlen von Personal und Betrieb der Infrastruktur, bleiben viele wichtige Aspekte auf der Strecke. Denn IT ist – entgegen des Rufs – eben nicht nur ein paar Maschinen, Lizenzen und Tabellen. Sondern auch wasserdichte Krisenplanung, effektive Organisation und funktionierendes Wissensmanagement mit hochspezialisiertem, gut ausgebildeten Personal.

    Wenn IT-Outsourcing eben das leisten kann, wird die Frage nach Geld zweitrangig.

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