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    Digitalhappen

    Offene Daten visualisieren – Digitalisierungsziele durch interaktive, digitale Bürgerportale erreichen

    Daten sind heute unser wichtigster Rohstoff. Dieser Fakt ist wohl für keine Kommune etwas Neues. Aber eines ist sicher: In Bezug auf die Smart-City-Entwicklung sind Daten das essentielle Fundament. Smart-City oder Smart Region Konzepte verfolgen das Ziel, nachhaltige und lebenswertere Bedingungen für das Leben im urbanen Umfeld zu schaffen. Dabei bilden offene urbane Daten die Grundlage dieser digitalen Transformation.

    Wie aber lassen sich diese Daten zur Verfügung stellen und sichtbar machen, um einen wirklichen Mehrwert daraus zu schöpfen? In einem vorherigen Blogbeitrag zur Smart-City und dem OZG haben wir bereits die Notwendigkeit von Open-Data-, Smart-City oder Bürgerportalen angesprochen. Dieser Beitrag knüpft daran an und vertieft, welche Vorteile ein solches Portal welcher Zielgruppe bieten kann und welche Bedeutung das Interfacedesign und die User-Experience für den Erfolg eines derartigen digitalen Service haben.

    Interfacedesign für Portale: Aus Daten lesen lernen, heißt Erfolge erreichen können

    In unserer heutigen Informationsgesellschaft, die von den Buzzwords Big-Data oder Business-Intelligence geprägt ist, haben wir zwar gelernt, große Datenmengen mit den entsprechenden Tools handzuhaben. Was fehlt, ist, wie wir aus Daten einen wirklichen Wert schöpfen können. Denn seien wir ehrlich: Kaum einer hat Spaß daran, Daten im Rohformat oder in seitenlangen Tabellen zu betrachten.

    Sogenannte „City-Dashboards“ oder auch „Smart-City-Cockpits“ können eine Lösung für dieses Problem sein. City-Dashboards sind das grafische User-Interface (GUI) von urbanen Datenströmen und stellen diese grafisch und oftmals in Echtzeit aufbereitet in Form visueller Informationen dar, wie beispielsweise beim City-Cockpit der Stadt Bad-Hersfeld zu sehen ist. City-Dashboards zeigen detaillierte Informationen über die Performance einer Stadt, ohne, dass ihre Nutzer eine Visualisierungssoftware für die bessere Handhabung der Daten benötigen. Umso wichtiger ist ein intuitives User-Interface-Design.

    Warum? Unsere menschliche visuelle Wahrnehmungskraft stellt ein mächtiges Werkzeug dar, um Trends oder Muster in visualisierten Daten zu erkennen. Gekoppelt mit einer zugänglich gestalteten Benutzeroberfläche als Schnittstelle zwischen Mensch und Computer wird diese Fähigkeit des Erkenntnisgewinns aus Daten zur entscheidenden Erfolgskategorie des Portals und damit der Wahrnehmung über Erfolg oder Misserfolg des ganzen Smart-City-Projekts. 

    ewerk blog smart city dashboard leipzig buergerportal natalie bührmannBeispielhafte Umsetzung eines City-Dashboards für die Stadt Leipzig. Geboten werden unterschiedliche Ansichten auf die Daten, beispielsweise in klassischer Dashboard-Form sowie in Form einer interaktiv erfahrbaren Karte. Dadurch können Daten aus dem Verkehrs- oder Energiemanagement dargestellt werden.

    Die Visualisierung von Daten an sich ist bereits ein neuer Service, der Kommunen und ihren verschiedenen Zielgruppen viel bietet. Außerdem sind sie die strategische Grundlage für städtische, smarte Entwicklungen. Doch woher kommen sie und was braucht es, damit UI-optimierte Portale entstehen können?

    Offene Daten vernetzen – von der zentralen Open-Data-Plattform aufs Portal

    Offene urbane Daten – seien es Daten aus Umweltsensoren, der Verkehrssteuerung oder Wetterstationen – sind heute bereits in einer Vielzahl vorhanden. Sie spielen eine essentielle Rolle in der Entwicklung einer Stadt oder Kommune hin zur Smart-City, da sie die zugrundeliegende Datenbasis sämtlicher smarter Services bilden. Nun sind urbane Daten an sich bereits wertvoll, ein wirklicher Mehrwert für die Landkreise und Städte entsteht jedoch erst durch eine Vernetzung auf einer Plattform und den dadurch entstehenden urbanen Datenraum.

    Damit alle beteiligten Nutzungsgruppen einen Zugriff auf die vorhandenen urbanen Daten haben können und auch in visueller Art damit arbeiten können, bedarf es – aufbauend auf der stadteigenen Smart-City-Plattform oder Open-Data-Plattform – eines Portals zur Sammlung, Bereitstellung und vor allem der Darstellung dieser. Eine intelligente, digitale Stadt besitzt im besten Fall eine zentrale Plattform, auf der wirtschaftliche, städtebauliche, klimatische oder geografische Daten vernetzt werden. Je nach Zielstellung oder Zielgruppe können die Daten über verschiedene Portale (z.B.: BürgerPortal, Smart City Service Portal, Economic Open Data Portal) visualisiert zugänglich gemacht werden.

    Vorteile im Überblick – wer von visualisierten, offenen Daten profitiert

    Wer denkt, offene urbane Daten wären nur wenigen Randgruppen von Vorteil, liegt falsch. Die Einsatzmöglichkeiten und Vorteile sind vielseitig. Sie reichen von der reinen Übersicht über das aktuelle Stadtgeschehen über mehr Kontrolle und Transparenz bis hin zu einer Verbesserung der städtischen Lebensqualität.

    Urbane Daten bieten dem sogenannten „einfache Bürger“ die Möglichkeit, direkt an der urbanen Planung teilzuhaben. Das Stichwort lautet: Bürgerbeteiligung. Bürger teilhaben zu lassen und für sie Services mit Mehrwert zu bieten, schafft eine höhere Bindung sowie mehr Engagement für regionale Projekte.  

    Für die Stadt an sich beziehungsweise das Amt für Stadtplanung und -entwicklung bieten neue digitale Services neben einer gesteigerten Attraktivität des Standorts eine bessere Entscheidungsgrundlage. Nicht nur liefern urbane Daten ein Gesamtbild über städtische Vorgänge, auch bilden sie potentielle Trends ab und unterstützen dadurch das intelligente Management einer Stadt. Dies kann vor allem der Bedarfs- und Kapazitätsplanung im Verkehrs-, Energie- oder Wohnraummanagement zugutekommen. Dabei können Verkehrsbetriebe oder städtische Versorgungsunternehmen wie Wasser- oder Elektrizitätswerke mit ins Boot geholt werden. Ebenso wirkt sich die entstehende Transparenz von Vorgängen positiv auf das Vertrauen der Öffentlichkeit aus.

    Kommerzielle Unternehmen oder die Industrie profitieren ebenfalls durch offene urbane Daten. Diese geben wertvolle Einblicke in die lokalen Märkte, locken als Standortvorteil Investoren und Fachkräfte an oder legen den Grundpfeiler für Innovationen.

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    Beispielhafte kartenbasierte Ansicht zum Monitoring der Straßenbeleuchtung in einem ausgewählten Straßenzug. Einzelne Straßenlaternen können nach ihrer Helligkeit, ihrem Energieverbrauch oder ihrem generellen Zustand gefiltert werden. Dadurch lassen sich ungewollt unbeleuchtete Straßenzüge vermeiden, was zum Sicherheitsgefühl der Bürger beitragen kann. Darüber hinaus bieten die Daten Aufschlüsse über den Energieverbrauch durch Straßenbeleuchtung und unterstützen somit den Wunsch nach mehr Energieeffizienz.

    Nutzerbedürfnisse in den Vordergrund stellen

    Neben einem guten Interfacedesign ist ebenfalls die User-Experience (UX) – also  das ganzheitliche Nutzungserlebnis – essentiell für den Erfolg eines jeden (digitalen) Produkts. Neben einer leichten Bedienbarkeit stellt sie Nutzer durch die Gestaltung, Funktionalität und emotionale Ansprechbarkeit eines Produkts zufrieden. Design verfolgt den Zweck, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Somit ist auch das Nutzungserlebnis eines Produkts abhängig von den Bedürfnissen der Menschen, die dieses benutzen.

    Vor allem in Bezug auf die Visualisierung von Daten sind eine gute UX und ein durchdachtes Interfacedesign entscheidend. Wie auch der Statistiker Edward Tufte schon feststellte: „Clutter and confusion are not attributes of data – they are shortcomings of design“.

    Wie aber steigert man die UX und Attraktivität eines, doch eher technischen und trockenen, Daten-Dashboards?

    Interaktive Portale bieten mehr Beteiligungsmöglichkeiten für alle

    Frühere Dashboards dienten primär der Darstellung der wichtigsten Informationen. Allerdings sollte das passive Beobachten von Vorgängen nicht der einzige Anspruch sein. Urbane Dashboards müssen heute nicht mehr nur Einzelansichten der wichtigsten Informationen bieten. Stattdessen können sie Betrachter durch narrative Elemente und eine interaktive Benutzeroberfläche zum Beobachten, Lernen und zur Kommunikation aufrufen. Die Visualisierung urbaner Daten kann nicht nur dazu dienen, den aktuellen Status-Quo zu vermitteln, sondern auch Impulse für Handlungen setzen. Keinem nützt es etwas, lediglich auf einem Dashboard zu sehen, dass die Lärmbelastung in einer bestimmten Straße auffallend hoch ist. Heute wird die Möglichkeit, anhand der Visualisierungen auf einem Dashboard zu intervenieren, als Schlüsselaspekt gesehen.

    Damit das aber gelingen kann, muss der Austausch von Informationen innerhalb einer Stadt oder Kommune nicht nur Top-Down verlaufen, sondern Bürger müssen zu mehr Partizipation motiviert werden. Mehr Bürgerbeteiligung gilt im heutigen urbanen Management als wichtiger denn je. Durch Big Data und neue Technologien entwickeln sich neue Wege der Kooperation zwischen Bürgern und Regierenden. Bürger haben heute die Möglichkeit, direkt an der urbanen Planung teilzuhaben, Informationen darüber zu erlangen und Lösungen für städtische Probleme zu finden.

    Ein Beispiel für eine gelungene Umsetzung dieses partizipativen Gedankens ist das Projekt „Gieß den Kiez“ der Technologiestiftung Berlin. Die Plattform zur Koordinierung der Bewässerung Berliner Bäume bildet Straßen- und Anlagenbäume mit Informationen zum Wasserbedarf ab und ruft dadurch Bürger*innen auf, sich an der Bewässerung zu beteiligen. Ziel ist es, dem Absterben von Grünflächen, bedingt durch lange Trockenperioden, entgegenzuwirken und grüne Oasen in den Städten zu erhalten.

    Bürgerportale sind ganz im Sinne der Smart-City 3.0

    Die zentralen Fragen, die sich eine Kommune stellen sollte, lauten: Welche Form der Smart-City-Entwicklung soll angestrebt werden? Ist meine Stadt „intelligent“, sobald sie technologiezentriert und innovationsgetrieben geleitet wird (Smart-City 1.0)? Oder sollten wir nicht ein ganz neues Konzept der Smart-City verfolgen, welche den Bürger in den Vordergrund stellt und diesen an der Gestaltung von mehr Lebensqualität beteiligt (Smart-City 3.0)?

    Um letzteres zu erreichen, ist ein einfaches City-Dashboard oder -Cockpit nicht mehr ausreichend. Anstatt urbane Daten nur zu visualisieren, kann ein ganzheitlich gedachtes Bürger- oder Stadtportal eine Plattform darstellen, welche die Menschen einer Stadt zusammenbringt und ihnen mehr Beteiligungsmöglichkeiten eröffnet.

    Wir als EWERK betrachten nicht nur die User-Experience mit dem Nutzer im Fokus. Ganz im Sinne des Human-Experience-Designs lautet unser Anspruch, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen sowie für und mit ihm gemeinsam Lösungen zu gestalten. Eine Stadt oder Kommune kann eine nachhaltige Smart-City-Entwicklung nur vollziehen, wenn sie alle ihre Bürger kollaborativ in den Innovationsprozess einbindet. Erst, wenn allen Beteiligten, wie beispielsweise durch das Offenlegen und Visualisieren urbaner Daten, die Möglichkeit geboten wird, gemeinsam an der zukünftigen Stadtgestaltung mitzuwirken, eröffnet sich der wahre Wert einer intelligenten Stadt.

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